Textmarker, Zusammenfassungen, alles noch einmal durchlesen: Das sind die beliebtesten Lernmethoden. Ein Team um den Psychologen John Dunlosky hat zehn solcher Methoden anhand der vorhandenen Studien bewertet. Das Ergebnis ist für viele eine Überraschung.
- Sich selbst abfragen
- Verteilt lernen
- Nach dem Warum fragen
- Sich selbst erklären
- Aufgaben mischen
- Zusammenfassen
- Markieren
- Eselsbrücken mit Schlüsselwörtern
- Bilder vorstellen beim Lesen
- Wiederlesen
„Geringer Nutzen“ heißt nicht, dass Markieren schadet. Es heißt: In der Breite der Studien ist der Nutzen schwach oder unsicher belegt.
Sich selbst abfragen
Alles, wobei du Wissen aus dem Kopf holen musst, zählt dazu: Karteikarten, Übungsaufgaben ohne Lösung oder das Heft zuklappen und aufschreiben, was du weißt.
56 % statt 42 %
Verteilt lernen
Bei gleichem Stoff und gleicher Lernzeit wirken mehrere kurze, über Tage verteilte Einheiten besser als eine lange Einheit am Stück. Je länger du etwas behalten willst, desto größer dürfen die Abstände sein.
Probier’s so
Warum sich Wiederlesen trotzdem gut anfühlt
Beim zweiten und dritten Lesen kommt dir alles bekannt vor. Das fühlt sich an wie Können. In der Studie von Roediger und Karpicke hielten sich die Wiederleser für besser vorbereitet und schnitten trotzdem schlechter ab.
Die Forschung nennt das den Unterschied zwischen Leistung und Lernen: Was beim Üben leichtfällt, sagt wenig darüber, was du später behältst. Abfragen fühlt sich anstrengender an, weil du merkst, was fehlt. Genau deshalb wirkt es.
Gemischt statt in Blöcken üben
Zwanzig gleiche Aufgaben hintereinander fühlen sich flüssig an. Gemischte Aufgaben sind mühsamer, weil du jedes Mal erst erkennen musst, welche Methode passt. In einem Experiment mit 54 Mathematikklassen erreichten Siebtklässler mit gemischten Übungen einen Monat später im Test 61 % statt 38 % der Punkte.
Rückmeldung, die weiterhilft
Am meisten hilft eine Rückmeldung, die sagt, was an der Aufgabe stimmt, was nicht stimmt und wie es besser geht. Lob für die Person („Du bist so klug!“) hat dagegen kaum Informationswert. Wer mit anderen lernt, kann sich daran halten und genau benennen, an welcher Stelle der Fehler liegt.
