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Klugora
Ratgeber

Vokabeln lernen, die bleiben

Warum Abdecken mehr bringt als Durchlesen, wie ein Karteikasten funktioniert und wie du Vokabeln über die Woche verteilst.

Für dich5 Minuten Lesezeit7. Oktober 2026

Ein Stapel Karteikarten mit Gummiband. Karten fliegen auf, eine zeigt „reliable“, die nächste „zuverlässig“. Daneben ein Kalender mit Punkten.

Die Liste zehnmal durchlesen, am Abend vor dem Test noch einmal und morgens im Bus ein letztes Mal. So lernen viele Vokabeln. Für den Test genügt das manchmal. Lange behält man die Wörter so aber selten.

Entscheidend sind zwei Dinge: dass du dich selbst abfragst und dass du das Lernen über mehrere Tage verteilst.

Abdecken statt durchlesen

Beim Durchlesen siehst du das Wort und die Bedeutung gleichzeitig. Dein Kopf muss nichts tun, und alles wirkt vertraut. Wenn du eine Seite abdeckst, muss er das Wort selbst hervorholen. Gerade dieses Hervorholen sorgt dafür, dass du das Wort behältst.

56 % statt 42 %

Studierende, die einen Text einmal aus dem Gedächtnis wiedergegeben hatten, wussten eine Woche später noch 56 % des Inhalts. Wer ihn stattdessen noch einmal gelesen hatte, wusste nur 42 %.Roediger & Karpicke (2006). Gelernt wurden Sachtexte, keine Vokabeln. Der Effekt ist aber vielfach bestätigt.

Probier’s so

Deck die deutsche Spalte ab, sag das Wort laut, dann schau nach. Was falsch war, bekommt einen Strich und wird gleich noch einmal abgefragt.

Kleine Portionen über die Woche

Wer Wörter länger behalten will, braucht Wiederholungen mit Abstand. Je länger du dir etwas merken willst, desto größer dürfen die Abstände werden. Für einen Vokabeltest am Freitag heißt das: ab Montag jeden Tag ein paar Minuten, statt einer langen Runde am Donnerstagabend.

Der Karteikasten

Ein Karteikasten setzt beides um. Jede Vokabel steht auf einer Karte. Alle Karten fangen im ersten Fach an. Weißt du ein Wort, wandert die Karte ein Fach weiter. Weißt du es nicht, muss sie zurück ins erste.

Das erste Fach fragst du jeden Tag ab, die hinteren seltener. So übst du automatisch die Wörter am meisten, die du noch nicht sicher kannst, und verschwendest keine Zeit mit denen, die du längst kannst. Die Abstände oben sind ein Vorschlag, kein Gesetz.

Beide Richtungen und laut

Wer „reliable“ erkennt, kann es noch lange nicht selbst hinschreiben. Frag dich deshalb in beide Richtungen ab, so wie es auch im Test abgefragt werden kann. Und sprich die Wörter laut. Dann merkst du, ob du die Aussprache wirklich kannst, und nicht nur das Schriftbild.

Probier’s so

Schreib zu schwierigen Wörtern einen kurzen Beispielsatz, etwa „It’s a reliable car“. Dann weißt du auch, wie man das Wort benutzt.
Quellen (3)
  1. Roediger, H. L. & Karpicke, J. D. (2006): Test-Enhanced Learning. Psychological Science 17(3), 249–255. öffnen
  2. Cepeda, N. J. u. a. (2008): Spacing Effects in Learning. Psychological Science 19(11), 1095–1102. öffnen
  3. Dunlosky, J. u. a. (2013): Improving Students’ Learning With Effective Learning Techniques. Psychological Science in the Public Interest 14(1), 4–58. öffnen